Fachkarriere in der Extrusionstechnik

Im Gespräch mit Angela Reisenbichler, Senior Prozesstechnikerin bei Greiner Extrusion

Angie ist seit über 25 Jahren im Team von Greiner Extrusion und berichtet von Ihrem bisherigen Werdegang. Außerdem verrät sie, wie man junge Menschen am besten für die Technik begeistern kann und erzählt von den größten Herausforderungen im Extrusionsumfeld sowie von ihren schönsten Erlebnissen.

Hallo Angie, wie sah deine bisherige Laufbahn bei Greiner aus?

Ich habe 1996 bei Greiner gestartet und eine dreieinhalbjährige Ausbildung zur Werkzeugmacherin absolviert. Bis 2006 war ich im GPN Werkzeugbau im Bereich Düse/Fertigung tätig. Im Lauf der Zeit suchte ich vermehrt nach einer neuen Herausforderung und bewarb mich deshalb als erste Frau für die Technikerausbildung.

Dies war damals eine sehr ungewöhnliche Sache, die etwas Zeit brauchte. Auch kundenseitig spürte ich mir gegenüber als Frau anfangs immer eine gewisse Skepsis – jedoch merkte ich schnell, dass mit fachlichem Wissen das Eis stets rasch gebrochen werden konnte. Mittlerweile habe ich seit 3 Jahren die Jungtechnikerausbildung übernommen, was mir viel Freude bereitet, und leite zusätzlich noch das Post-Co-Extrusions Team.

Wie kann man heutzutage junge Leute am besten für die Technik begeistern?

In der Jugend ist es fast schon zu spät dafür – meiner Meinung nach sollte man bereits Kinder mit der Technik in Verbindung bringen und ihnen zeigen, dass das nicht schwer zu erlernen ist. Ab der Mittelschule könnte man Schnuppertage einführen, wo die jungen Leute zum Beispiel das Blechbiegen lernen und etwas Kreatives aus Metall fertigen können. Das Wichtigste dabei ist, den jungen Leuten die Angst vor der Technik zu nehmen. Diese ist heutzutage nicht mehr mit starken körperlichen Belastungen verbunden – die Gesetzgebung schreibt Hebevorrichtungen wie etwa Kräne als Verpflichtung in einem Betrieb vor. Eine gewisse Grundkraft ist natürlich trotzdem Voraussetzung.

Des Weiteren ist die Arbeit im technischen Bereich keine schmutzige. In der heutigen Zeit wird vermehrt mit geschlossenen CNC-Maschinen gearbeitet und das technische Arbeitsumfeld ist generell sehr sauber. Außerdem bedeutet Technik nicht mehr nur Handarbeit, sondern sie wird immer vielfältiger, zum Beispiel hinsichtlich Elektronik oder Programmierung. Der technische Bereich eröffnet einem eine Vielzahl an Berufen und es gibt darüber hinaus sehr viele Weiterbildungsmöglichkeiten.

Was war die größte Herausforderung im Zuge deiner Technikerausbildung, was war besonders schön?

Die Zufriedenheit der einzelnen Kunden liegt mir besonders am Herzen. Es liegt die Herausforderung öfters darin, das Umfeld und die jeweiligen Qualitätsanforderungen schnellstmöglich einzuschätzen und die geforderte Profilqualität sowie Zeit- und Kosteneffizienz zu erzielen.

Im Laufe meiner Ausbildung gab es immer wieder Kunden, die sich viel um mich gekümmert haben und mit mir zum Beispiel an den Wochenenden irgendwo hingefahren sind oder mich zu einer privaten Grillerei eingeladen haben. So ist schon die ein oder andere gute Freundschaft entstanden, zu der ich oft jetzt noch Kontakt halte.

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